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Hessen: Günstigere Schulmilch-Preise, Diskussion um Kakao

Seit 1. August können hessische Schulen und vorschulische Bildungseinrichtungen Schulmilch zu deutlich günstigeren Konditionen beziehen. Zum Schuljahresbeginn wurde in Hessen die Förderung für Milch, Joghurt, Quark und Käse, die im Rahmen des Europäischen Schulprogramms an Kinder und Jugendliche in Schulen und vorschulischen Bildungseinrichtungen abgegeben werden, erhöht und die Höchstverkaufspreise gesenkt. Alle Produkte – mit Ausnahme von Schulmilch-Kakao – kosten jetzt weniger als im vorangegangenen Schuljahr. So sank zum Beispiel der Höchstverkaufspreis für Schulmilch im Kleingebinde (0,2 bis 0,25 Liter) um fünf Cent und liegt jetzt für konventionelle Milch bei 0,20 Euro, für Bio-Milch bei 0,30 Euro. Bei Milch im Großgebinde (1 Liter und mehr) gab es eine Absenkung um 15 Cent: Der Höchstverkaufspreis für fettarme Milch beträgt nun pro Liter 0,32 Euro für konventionelle Milch und 0,46 Euro für Bio-Milch. Für Vollmilch liegt der Preis bei 0,40 Euro für konventionelle Milch und 0,57 Euro für Bio-Milch. Beim Schulmilch-Kakao ist der Höchstverkaufspreis unverändert geblieben: Er liegt für Kleingebinde nach wie vor bei 0,40 Euro bzw. 0,50 Euro für die Bio-Variante. Für Großgebinde beträgt der Höchstverkaufspreis 1,14 Euro für fettarmen Schulmilch-Kakao und 1,21 Euro für Schulmilch-Kakao aus Vollmilch. Die Preisdifferenz zwischen Milch pur und Kakao ist darin begründet, dass die EU insbesondere die Abgabe von Trinkmilch verstärkt fördert. Für Milch pur wird daher mehr Beihilfe gezahlt, und sie kann deshalb günstiger angeboten werden. Eine Übersicht der aktuell gültigen Höchstverkaufspreise aller förderfähigen Schulmilchprodukte sowie ausführliche Informationen zur Schulmilchförderung in Hessen finden Sie auf der Homepage der Landesvereinigung Milch Hessen e.V., die in Hessen Koordinationsstelle für Schulmilch ist: www.milchhessen.de/schumi_foerderung.

Schulmilchkakao in der Diskussion
Nachdem die Verbraucherorganisation Foodwatch die Förderung des Schulmilchkakaos in Hessen kritisiert hatte, erklärte die Hessische Verbraucherschutzministerin Priska Hinz am 17. August, die Förderung von Schulmilchkakao beenden zu wollen. Die Förderrichtlinie solle entsprechend geändert werden.
Die Landesvereinigung Milch Hessen hat die Ministerin in einem Anschreiben gebeten, ihre Entscheidung zu überdenken. Der Anteil an zugesetztem Zucker liegt im Schulmilchkakao lediglich bei ca. 4 % und unterschreitet damit den für Schulmilch zulässigen Anteil von bis zu 7 % deutlich. Neben Energie liefern Milch und Schulmilchkakao wertvolle Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Hier ist besonders das Calcium hervorzuheben. Gerade bei der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, deren Knochen sich im Wachstum befinden, ist die Calciumversorgung nicht optimal. Die tägliche Portion Schulmilch oder wahlweise Schulmilchkakao in der Schulpause könnte dabei helfen, diese Versorgungslücke zu schließen. Wenn Schulmilchkakao nicht mehr gefördert wird, ist zu befürchten, dass die Schülerinnen und Schüler nicht auf Milch pur oder Wasser ausweichen, sondern vielmehr zu stark zuckerhaltigen Colagetränken, Limonaden oder Fruchtsaftgetränken greifen.
Viele Einrichtungen stellen sich derzeit die Frage, ob sie noch Schulmilchkakao bekommen können. Laut Ministerium wird Schulmilchkakao solange gefördert, bis die derzeit geltende Richtlinie geändert ist. Die Landesvereinigung Milch Hessen informiert auf ihrer Homepage https://www.milchhessen.de/schulmilch über den aktuellen Stand der Schulmilchförderung in Hessen.

Kontakt: Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse Hessen e.V.
Lochmühlenweg 3, 61381 Friedrichsdorf, Tel.: 06172 / 7106 – 293, Fax: -296, E-Mail: lv-milch@agrinet.de, Internet: www.milchhessen.de