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Video: Schulmilch und belegte Brötchen – Die Schülerfirma als Einstieg ins Arbeitsleben

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Schülerfirmen bereiten die Kinder auf das Berufsleben vor – hier ein Musterbeispiel: In dem Bistro „von Schülern für Schüler“ lernen die Kinder viel mehr als nur Schulmilch verkaufen und Brötchen schmieren. Wer kennt sie nicht: Die Schüler, die schon im Grundschulalter echte Geschäftsleute sind? Sie verwalten ihr Taschengeld, legen es gewinnbringend an, verdienen sich das Kapital für ihre erste eigene Firma durch Babysitten und Botendienste, und gründen dann noch vor Abschluss der vierten Klasse einen Computer-Reparaturservice mit mehreren Mitarbeitern. Ja, solche Überflieger gibt es tatsächlich. Sie sind durchsetzungsstark, teamfähig und zuverlässig. Um sie muss man sich keine Sorgen machen. Andere Kinder brauchen mehr Unterstützung. Zum Beispiel die Schülerinnen, die die Netzwerk-Schulmilch-Reporterin Babette Braun in Kleve besucht hat. Sie sind Förderschülerinnen an der örtlichen Sekundarschule, die bald ins Berufsleben entlassen werden sollen. Um ihnen den Einstieg zu erleichtern, hat sich die Hauswirtschaftslehrerin Marita van Koeverden-Göbel etwas einfallen lassen: Sie hat eine Schülerfirma ins Leben gerufen, die jeweils mittwochs und donnerstags ein Bistro betreibt. Von Schülern für Schüler:

Schülerfirmen wie diese legen den Schwerpunkt auf die Förderung von schwächeren Schülerinnen und Schülern. Die bekommen hier im überschaubaren, geschützten Rahmen die Chance, Verantwortung zu übernehmen, Arbeitsabläufe zu optimieren und ihre Zuverlässigkeit unter Beweis zu stellen. Und es ist die Hauptaufgabe der Lehrer, sich irgendwann überflüssig zu machen. Nach diesem Prinzip funktionieren auch andere, größere Schülerfirmen.

Das Spektrum ist weit gefächert
Schüler betreiben das Schulkiosk, geben eine Zeitung heraus, betreiben einen Computer-Reparatur-Service, eine Internetseite oder eine Gärtnerei – oder verkaufen ganz einfach Schulmilch. Manche Schülerfirmen sind klein, bestehen nur aus wenigen Mitarbeitern, andere binden alle Schüler einer Schule ein. Manche existieren nur im Rahmen einer Projektwoche, andere laufen über Jahre. An manchen Schulen gibt es eine Schülerfirma, an anderen mehr zehn. Umfang und Zeitaufwand hängen stark von der Schulform, vom Alter der Kinder und vom Engagement der betreuenden Lehrer ab.

Auf die Lehrer kommt es an
Schülerfirmen arbeiten in einem rechtlichen Schutzraum. Viele sind keine echten Unternehmen, die an einem echten Markt bestehen müssen, sondern Übungsunternehmen im Rahmen von Schulprojekten. Hier ist die „Gründung“ relativ einfach:

„Wenn eine Schülerfirma als schulische Veranstaltung geführt wird und die „Spielregeln“ dafür eingehalten werden, (siehe „Darf man das ?“) ist eine Anmeldung nicht erforderlich. Genehmigung muß jedoch beim Schulleiter beantragt werden, damit die Schülerfirma als schulische Veranstaltung anerkannt wird“.
(Quelle: www.schuelerfirmen.com)

Grundsätzlich aber kann eine „Junior-Firma“ jede Rechtsform haben. Die Firmen werden durch einen Zusatz als Schülerfirma kenntlich gemacht, heißen dann zum Beispiel Schüler-Aktien-Gesellschaft (SAG), Schüler-Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Schüler-GmbH) oder Schüler-Verein.
Anders als beim – relativ einfachen – Schulmilchverkauf, wird es hier anstrengend für die beteiligten Lehrer. Aber: Es gibt jede Menge Beratungs- und Hilfsangebote.

Hier eine kleine Auswahl der Hilfsangebote und Fördermöglichkeiten

1. Unternehmergeist in die Schule“: Ein Initiativkreis unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Alle wichtigen Fragen beantwortet der Infoletter Gründerklasse:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Ausbildung-und-Beruf/gruenderklasse-nr-1-schuelerfirmen.pdf;jsessionid=E2AD6711DB8954649F0B698DBD8DF763?__blob=publicationFile&v=4

Weitere Hilfen und Tipps.
http://www.unternehmergeist-macht-schule.de/DE/HilfenundTipps/Projektarten/Schuelerfirma/Umsetzung/umsetzung_node.html;jsessionid=BD65F9768B4AA366343342B249FF8BF6#doc61244bodyText1

Rechtsformen für Schülerfirmen:
http://www.unternehmergeist-macht-schule.de/SharedDocs/Downloads/FuerSchueler/Skript-Infografik-Rechtsformen-fuer-Schuelerfirmen.pdf?__blob=publicationFile

Internationale Schülerfirmenmesse in Berlin
http://www.unternehmergeist-macht-schule.de/DE/Aktuelles/Aktuelle-Meldungen/Verantwortung-übernehmen-Probleme-loesen-8-Internationale-Schuelerfirmenmesse-Berlin.html

2. Informationen, Beispiele und Muster-Formulare gibt es zum Download auf der Seite der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V.

http://www.genius-milch-nrw.de/schul-milch/schuelerfirmen/download-dokumente/

Zum Beispiel: Vereinbarung zwischen Schulleitung und Schülerfirma
http://www.genius-milch-nrw.de/fileadmin/redaktion/pdf/Schuelerfirma/MusterVereinbarung_zw_Schulleitung_und_Schuelerfirma.pdf

3. Weitere nützliche Links

http://www.transfer-21.de/daten/themen/schuelerfirmen/9Rechtsfragen.pdf

http://www.schuelerfirmen.de/gruendung_schuelerfirma_startkapital.shtml

http://schuelerfirmen.com/index.php/rechtsform-fur-eine-schuelerfirma/
http://schuelerfirmen.com/index.php/darf-man-das/steuern-und-gesetze/

http://www.stiftung-bildung-und-gesellschaft.de/primus-preis/preistraeger-2014/april-2014.html

https://www.junior-programme.de/de/ueber-iw-junior/

http://www.unternehmergeist-macht-schule.de/DE/Initiativen/em-Schuelerfirmennetzwerk/steckbrief.html

http://nachhaltige-schuelerfirmen.de/wp-content/uploads/2013/03/Rechtsfragen_Schuelerfirmen1.pdf

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