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Neue Broschüre: Von der Kuh ins Kühlregal

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Eine Dokumentation zur Milchmachausstellung. Köln 2016. Herausgegeben von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V. mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Bergischen Freilichtmuseums Lindlar e.V.

Hier einige Textauszüge – mit freundlicher Genehmigung des Autors der Broschüre, Frederik Grundmeier

Energiereich, lecker und gesund – Inhaltsstoffe

Milch ist eine aus dem Euter von Kühen und anderen säugenden Nutztieren stammende, durch Melken gewonnene weiße, leicht süße und fetthaltige Flüssigkeit – so das Lexikon. Sie dient der Nährstoffversorgung von Neugeborenen und ist als Lebensmittel ein zentraler Bestandteil unserer täglichen Ernährung. Erste milchgebende Rinder wurden bereits vor 10.000 Jahren im Nahen Osten gezähmt; archäologische Funde auf dem Gebiet des heutigen Polens lassen schon vor 7.500 Jahren die Herstellung von Käse vermuten.

Den Geschmack der Milch bestimmen hauptsächlich die Milchfette. Ihr Anteil kann abhängig von der Rinderrasse und der Nahrung des jeweiligen Tieres zwischen 3,2 und 6,0 Prozent schwanken; durchschnittlich beträgt er etwa 4,1 Prozent. Die Anteile des Milchzuckers Lactose und der Milcheiweiße liegen ungefähr bei 4,8 und 3,5 Prozent. Während Milchfett und Milchzucker als Energielieferanten fungieren, dienen die Milcheiweiße als lebenswichtiger Baustoff für den menschlichen Körper. Konsequent empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung jedem Erwachsenen den täglichen Konsum von ¼ Liter Milch und 50 bis 60 Gramm Käse.

Unter den in der Milch enthaltenen Mineralstoffen überwiegt das Calcium. Es ist vor allem für den Aufbau und die Stabilität der Knochen und Zähne von Bedeutung. Der Calciumgehalt von ¼ Liter Milch entspricht etwa dem von 4 Kilogramm Äpfeln. Daneben finden sich in der Milch Magnesium, Jod und Zink sowie Folsäure und die Vitamine A, D, E, B1, B2 und B12. Ihr Anteil beträgt zusammen rund 0,7 Prozent.

Flasche, Schlauch oder Karton – Milchverpackung

Milchkannen gehörten bis in die 1960er-Jahre zur Grundausstattung jedes landwirtschaftlichen Betriebes. Die ersten Exemplare kamen vermutlich zwischen 1800 und 1850 auf und entwickelten sich aus den zur Milchaufbewahrung gebräuchlichen Metalleimern. Vorerst bestanden sie aus verzinntem Eisen, später aus Aluminium oder emailliertem Stahlblech. Neben der Milchlagerung wurden sie für den Transport der Milch auf Kutschen oder in Handwagen genutzt. Ab den 1960er-Jahren leerten Milchsammelwagen die Kannen direkt auf den Höfen oder an zentralen Sammelpunkten.

Auch der Verkauf der in den Molkereien verarbeiteten Milch erfolgte lange Zeit aus Milchkannen. Bis in die 1950er-Jahre wurde die Milch vielerorts noch mit einem Schöpflöffel direkt in die Behälter der Kundinnen und Kunden gefüllt. Parallel kamen gläserne Milchflaschen auf. In Deutschland wurden sie erstmals 1890 in Berlin verwendet. Von den Konsumentinnen und Konsumenten anfangs skeptisch betrachtet, fanden sie ab 1920 vor allem aus hygienischen Gründen immer größeren Absatz. Die Milchflaschen wurden nun genormt, wodurch in den Molkereien teilmaschinelle Anlagen zum Reinigen und Abfüllen der Flaschen zum Einsatz kamen. Der Verschluss erfolgte mit runden, oftmals bedruckten Pappscheiben, ab 1930 auch mit Aluminiumverschlüssen oder Kronkorken. Die neuen gläsernen Werbeflächen wurden von den Molkereien umfänglich genutzt.

Spätestens in den 1970er-Jahren ging die Zahl der sich im Umlauf befindlichen Glasflaschen deutlich zurück. Der Grund für diese Entwicklung lag im Milchkarton, der sich immer mehr durchsetzte. Scheiterten vor 150 Jahren erste Versuche, Verpackungspapier mit Paraffinwachs wasserundurchlässig zu machen, war die Technik um 1930 so ausgereift, dass der Milchkarton in den USA zum Erfolg wurde. In Europa begann die Produktion der kunststoffbeschichteten Getränkebehälter in den 1950er-Jahren. Anfangs mussten sie mit einer Schere geöffnet werden. Heute besitzen die meisten Milchkartons einen Drehverschluss. Als nur für kurze Zeit populär erwiesen sich die Schlauchverpackungen aus Kunststoff. Sie drohten schnell zu platzen und ließen sich geöffnet nur schwierig im Kühlschrank lagern.

Aktuelle Termine zur gleichnamigen Wanderausstellung finden Sie unter www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de.

 

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