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Videointerview „Kakao schlägt Energydrink“ – Haupt- und Realschule als Vorbild für Grundschulen

Stephan Robertz für Netzwerk Schulmilch

In der Heinrich-von-Gagern Haupt- und Realschule im hessischen Weilburg sind Energydrinks verboten. Und die Schüler achten selbst darauf, dass diese Regel auch eingehalten wird. Allerdings haben viele der Schüler lange Schulwege, manche verlassen schon vor 6 Uhr ihre Wohnung. Ohne Frühstück. Nur: Wie sollen sie den langen Schulvormittag durchhalten?

Die Lösung: Die Schulleitung ließ einen Schulmilchautomaten aufstellen. Und das, was sonst hauptsächlich in Grundschulen Usus ist, brachte auch bei den Jugendlichen durchschlagenden Erfolg: „Die Schüler nehmen das Angebot nicht nur an, sie sind auch konzentrierter – so dass Unterricht bis zur letzten Minute möglich ist“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Ines Gräfe im Interview.

Die Erfahrung aus der Praxis bestätigt also das, was Ernährungsexperten schon lange sagen: Schulkakao bringt tatsächlich mehr Power als Energie-Getränke!

Schulkakao basiert in der Regel auf fettarmer Frischmilch und enthält einen vergleichsweise geringen Zusatz an Industriezucker – durch die Kombination mit dem natürlichen Milchzucker sorgt der Schulkakao für eine sanft ansteigende und lang anhaltende Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit. Limonaden, Eistees, Fruchtsäfte und auch Energydrinks lösen dagegen eine so genannte Hypoglykämie aus, die Kinder nach einem kurzen Zucker-Überschuss eher unkonzentriert und heißhungrig auf Süßes macht“ erläutert Günter Wagner vom Institut für Sporternährung in Bad Nauheim. „Kakao ist dagegen ein natürlicher Leistungs-Turbo, der den IQ nach dem Konsum über mehrere Stunden messbar erhöht.“

Aber: Sind Energydrinks wirklich ein Thema – schon an Grundschulen?

„Von der Nische zur Norm“ titelte im Jahr 2013 die Zeitschrift Lebensmittelpraxis in einer Sonderausgabe zu Energy- und Trenddrinks. Und tatsächlich: „In Europa trinken 18 Prozent der befragten Kinder zwischen sechs und zehn Jahren Energydrinks., schreibt auch der aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. , der dem Thema Energydrinks im April ein Special widmete. Fazit: „Zwei Prozent der Kinder in Deutschland trinken regelmäßig mehr als die sichere Dosis.

Problematisch für Kinder sei vor allem das in Drinks enthaltene Koffein. Denn „Energydrinks“ gehören zu den „koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken“, die bis zu 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten dürfen:

Für Kinder und Jugendliche gelten 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag als sicher. Für ein sieben- bis achtjähriges „30-Kilo-Kind“ ist das tägliche Limit also bei einer handelsüblichen Dose eines Energydrinks oder bei etwas mehr als einem halben Liter klassischer Cola erreicht. Koffeinempfindliche Kinder können auch schon unterhalb dieser Menge mit hyperaktivem Verhalten oder mit geringerer Aufmerksamkeit reagieren.

Den Flyer „Dosen machen keine Flügel“, der nicht nur die wichtigsten Fakten für Eltern enthält, sondern auch ein kleines Flugzeug zum selber basteln, das die Botschaft „Flieger fliegen – Dosen nicht“ trägt, gibt’s hier zum Download:

https://www.aid.de/_data/files/0413_2016_koffeinflyer_x000.pdf

Außerdem können interessierte Schulen ganze Klassensätze im aid-Medienshop bestellen (es fallen 3 Euro Versandkosten an).

Linktipps Aid Infodienst:

Artikel: Energydrinks – schon in der Grundschule ansetzen

https://www.aid.de/inhalt/energy-drinks-5760.html

https://www.aid.de/_data/files/eifonline_energydrinks.pdf

Unterrichtsmaterial zur Milch:

https://www.aid.de/inhalt/milch-im-unterricht-sekundarstufe-i-2439.html

 

 

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