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Serie: Zucker im Kakao (3): Einschätzung

Pressekonferenz IDS

"Fitmachende Ern‰hrung und fitte
Z‰hne  passt beides zusammen?"

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jardai/modusphoto

Wie so oft liegt auch hier die Wahrheit wahrscheinlich „irgendwo dazwischen“.

Es wird nicht vorkommen, dass ein Kind allein aufgrund des Schulkakaos adipös oder gar zum Diabetiker wird. Da ist es schon eher wahrscheinlich, dass ein Schüler, dessen einziges Frühstück bisher der Schulkakao war, sich deutlich in der Schule verschlechtern wird, wenn man ihm seinen Kakao wegnimmt.

Gut, mal ganz ehrlich: Die meisten Kinder hier in Deutschland werden kaum unter einem dauerhaften Zuckermangel leiden. Ich selbst durfte mir schon des öfteren ansehen, was sie in der Pause zu sich nehmen: Schokoriegel, Brötchen und Limonaden liegen da ganz weit vorne.

Was also ist der Forderung zu halten, Kakao nicht mehr zu fördern, zu halten?

Die Ausgangslage ist ja folgende: 10% der Kinder sind zu dick – schon, wenn sie in die Schule kommen. Schuld daran ist also nicht der Schulkakao, sondern fehlende Bewegung und falsche Ernährung zuhause. Darauf kann man aber nur schwer Einfluss nehmen. Man kann weder Kekse noch Marzipankartoffeln verbieten, und auch nicht verhindern, dass Eltern ihren Kindern Limonaden oder Energydrinks als Pausengetränke in den Schulranzen packen, die ganz oben auf der Dickmacherliste stehen. Man kann aber am Kakao ein Exempel statuieren – so wie es schon mit dem Orangensaft gelungen ist, der ja auch wegen seines hohen (natürlichen) Zuckergehalts in die Kritik geraten ist.

Wenn es darum geht, wirklich dicke Kinder zu einer Ernährungsumstellung zu bewegen, ist sicher „Milch pur“ in Kombination mit beispielsweise einem Apfel und einer Karotte dem Kakao vorzuziehen – bei normalgewichtigen Kindern, die auch zuhause vernünftig ernährt werden, wird das Hinzufügen oder Weglassen der täglichen Portion Schulkakao im Hinblick auf die tägliche Gesamt-Zucker-Bilanz kaum einen Einfluss haben. Und für Milch- und Frühstücksmuffel ist Kakao nach wie vor sicher eine Option. Denn entscheidend sind nicht die 4 Gramm Zuckerzusatz im Kakao, entscheidend ist die Qualität der Ernährung insgesamt.

„Kinder werden nicht in der Schule dick“ sagten Österreichs Schulmilchbauern und machten sich am 16. November auf den Weg nach Brüssel zur EU. Sie präsentierten ihre heimischen Schulmilch-Produkte direkt im Sitzungssaal. Und „siehe da – im Ministerkreis griff man bevorzugt zu Kakao und Fruchtmilch.“ Fazit: „Es ist immer noch besser ein regionales Lebensmittel wie Kakao mit knapp vier Prozent oder Fruchtmilch mit knapp fünf Prozent Zucker zu konsumieren, als irgendeine stark gesüßte Limo.“

https://www.tips.at/news/traunstein/wirtschaft-politik/332985-kuerzung-bei-schulmilch-kinder-werden-nicht-in-der-schule-dick

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