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Kommentar: ZDFzeit Wie gut ist unsere Milch?

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Am 6. Oktober im ZDF: Der große Test mit Nelson Müller. Darin besonders spannend: Welchen Einfluss hat Milchfett auf Gewicht und Blutwerte?

Liebes ZDF, danke für die schöne und informative Sendung! Gut, die Geschmackstests in der Testküche waren jetzt nicht sooo ergiebig, aber ich habe tatsächlich viel gelernt: Wenig bis keine Qualitätsunterschiede bei „herkömmlicher“ Milch ohne Bio-Label, kaum Erdbeeren im Erdbeerjoghurt, Kinder mögen nach wie vor gerne Milch. Für mich wenig überraschend waren die Testergebnisse für die süßen Kinder-Milchprodukte. Jeder, der sowas schon mal probiert hat, weiß: Das kann ohne viel Zucker nicht sooo gut schmecken.

Echt spannend dagegen war der Beitrag über das Milchfett. Auch hier für jeden einleuchtend: Butter und Sahne haben einen hohen Fettanteil, deshalb eignen sie sich auch so gut zum Kochen, z.B. für leckere Soßen. Dann aber der große Check im Praxisversuch: Der Aufbau war eigentlich ganz einfach: Die Tester suchten eineiige Zwillinge mit gleichem Körperbau und Lebensstil und ließen ihr Blut untersuchen. Dann sollte einer von beiden für 3 Wochen auf alle Milchprodukte verzichten. Ein erneuter Test ergab: Dieser Zwilling hatte fast ein Kilo abgenommen und weniger Cholesterin im Blut. ABER: Weil nicht nur der Wert für das „schlechte“, sondern auch der für das „gute“ Cholesterin gesunken war, blieb das Verhältnis zwischen „gutem“ und „schlechten“ Cholesterin gleich – und das ist nicht nur laut ZDF in dieser Hinsicht ein „Freispruch für die Milch“.

Schade allerdings, dass nichts über die Veränderung der Leistungsfähigkeit bei völligem Verzicht auf Milchprodukte gesagt wurde. Das hätte ich interessant gefunden. Denn: Der Zwilling, der auf Milchprodukte verzichten sollte, aß – zumindest den Fernsehbildern nach – Spargel ohne Soße, Brot ohne Butter, Burger ohne Käse. Und zwar, ohne die Milchprodukte irgendwie zu ersetzen, er ließ sie einfach weg. Sicher verliert man so an Gewicht, und das ist für die meisten erfreulich. Gerade gestern erreichte mich zum Beispiel eine Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft mit dem Titel „Ungesunde Ernährung ist weltweit größtes Krankheitsrisiko – Überernährung inzwischen größeres Problem als Unterernährung“. Im Anhang dann die untenstehende Auflistung der größten Ernährungsfehler. Einer davon: Zu wenig Milch. Suboptimale Kalziumversorgung. Aha. Warum „zu wenig Milch“ aber ein Problem ist, darüber sagt auch die DDG an dieser Stelle nichts. Liebes ZDF, danke für die schöne Sendung, aber hier hast Du wirklich etwas ausgeklammert, das sicherlich höchst spannend gewesen wäre!

1 Die 14 Ernährungs-Risikofaktoren laut der Burden of Disease Study:
Zu wenig Obst, zu wenig Gemüse, zu wenig Vollkorn, zu wenig Nüsse und Samen, zu wenig Milch, zu viel rotes Fleisch, zu viele Wurstwaren, zu viele zuckerhaltige Getränke, zu wenig Ballaststoffe, suboptimale Kalziumversorgung, zu wenig Omega-3 Fettsäuren, zu wenige mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zu viele Transfette, zu viel Salz

Links zur ZDF-Sendung:

http://www.zdf.de/zdfzeit/wie-gut-ist-unsere-milch-40328490.html

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2502498/Wie-gut-ist-unsere-Milch%253F#/beitrag/video/2502498/Wie-gut-ist-unsere-Milch%253F

 

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