EU & Politik

Schulmilchprogramm der EU: Warum und wie Europa die Schulmilch fördert

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„Die EU-Schulmilchregelung hat das Ziel, bei Schülern den Konsum gesunder, vitamin- und mineralstoffreicher Milcherzeugnisse zu fördern.“ Was heißt das und was steckt dahinter?

„Die Regelung hat nicht nur die Ernährung zum Gegenstand, sondern soll auch erzieherisch wirken und damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern leisten. Die Schulmilchregelung dient dazu, Kindern hochwertige Erzeugnisse bereitzustellen und hierdurch zu einem gesunden Lebensstil, zur Ernährungsschulung und zu einer besseren Warenkunde beizutragen.“

So steht auf der Internetseite der Europäischen Kommission.

Was aber steckt dahinter?

„Diese Programme sind heutzutage angesichts des rückläufigen mittelfristigen Verbrauchs von Obst, Gemüse und Milch sowie der damit verbundenen Herausforderungen noch wichtiger als je zuvor. In den meisten Ländern geht der Verbrauch von Obst und Gemüse durch Kinder zurück und bleibt hinter der empfohlenen täglichen Verzehrmenge zurück.“ Schreibt die EU. Und benennet Übergewicht und sogar Adipositas als reale Konsequenzen. Einfach, weil der Ernährungstrend schon im Kindesalter zu „stark verarbeiteten Erzeugnissen“ geht.

Schulmilch- und Schulobstprogramme sind der Versuch, ganz alltagspraktisch gegenzusteuern. Den Kindern Milch und Obst verbilligt (Milch) oder umsonst (Obst – allerdings nur an ausgewählten Schulen) anzubieten und dann zu hoffen, dass dieses Angebot Anklang findet. Und dass diese von der Schule vorgegebenen Angebote langfristig auch wirklich eine Trendwende bewirken.

Ob das klappt? Zumindest ein Anfang – meint die EU:

„In Deutschland sind die Länder für die Durchführung der Programme zuständig. Neben der Lebensmittelverteilung sollen die Mitgliedstaaten Strategien ausarbeiten, die u. a. Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen umfassen. Für das Schuljahr 2013/2014 hatte die Kommission allein für das Schulobstprogramm 88 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Davon hat Deutschland 12 Mio. Euro abgerufen.“

Die Schulmilchregelung wurde im Jahr 1977 und das Schulobstprogramm im Jahr 2009 eingeführt. Beide Regelungen kommen jedes Jahr nahezu 30 Millionen Kindern zugute (mehr als 20 Millionen im Fall der Schulmilchregelung und 8,5 Millionen im Fall des Schulobstprogramms).

QUELLEN:

http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12036_de.htm
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-94_de.htm
Informationen zur Umsetzung in Deutschland auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hier

http://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2014/001-FR-Schulobst.html

Information zu den teilnehmenden Bundesländern hier:

http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/KitaSchule/_Texte/DossierKitaUndSchule.html;jsessionid=6867E234B3860FB7DB5041DD5EF4A9CF.2_cid367?nn=391874&notFirst=true&docId=378708